Scheiterhaufen

Scheiterhaufen

Tilt and filth, selected works, size variable, 2023

Scheiterhaufen
size variable, 2023, Shed Eisenwerk, Frauenfeld

Das Scheitern als Bildende Künstlerin: Eine philosophisch-wissenschaftliche Betrachtung

In der Welt der bildenden Kunst ist das Scheitern ein allgegenwärtiges Thema, das die Künstlerin sowohl herausfordert als auch inspiriert. Es manifestiert sich auf vielfältige Weise, sei es durch unvollendete Werke, die den eigenen Ansprüchen nicht genügen, oder durch das Ringen mit ideologischen und emotionalen Barrieren, die die kreative Entwicklung behindern. Das Scheitern in der Malerei kann als eine Reflexion des menschlichen Zustands betrachtet werden – ein ständiger Kampf zwischen dem Streben nach Perfektion und der Realität der menschlichen Begrenztheit.

Der Faktor Zeit spielt eine entscheidende Rolle im Prozess des Scheiterns. Kunstwerke reifen, ändern sich und nehmen Formen an, die oft nicht den ursprünglichen Vorstellungen der Künstlerin entsprechen. Gemälde, die zunächst vielversprechend erscheinen, können im Laufe der Zeit an Bedeutung verlieren oder sogar in Vergessenheit geraten. Dieser Prozess der Transformation kann sowohl frustrierend als auch befreiend sein, da er die Künstlerin dazu zwingt, sich mit der Vergänglichkeit ihrer Arbeit auseinanderzusetzen und gleichzeitig neue Möglichkeiten der kreativen Entfaltung zu erkunden.

Ein weiterer Aspekt des Scheiterns liegt in der Auseinandersetzung mit ideologischen und emotionalen Hindernissen. Oftmals stehen persönliche Überzeugungen oder emotionale Blockaden im Weg, die es der Künstlerin erschweren, sich vollständig auszudrücken. In solchen Momenten kann das Scheitern als bewusste Entscheidung wahrgenommen werden – eine mutige Akzeptanz der eigenen Grenzen und Schwächen, die es der Künstlerin ermöglicht, neue Wege der Selbstreflexion und kreativen Erneuerung zu finden.

Die Werke, die diesem Scheitern zugeschrieben werden, tragen eine einzigartige Energie in sich. Sie sind Zeugnisse des kreativen Prozesses, die nicht nur das Endprodukt, sondern auch den Weg dorthin widerspiegeln. Diese Werke mögen verloren scheinen, doch in Wahrheit sind sie Teil eines größeren archivarischen Prozesses – einer Sammlung von Erfahrungen, Ideen und Emotionen, die es zu bewahren und zu würdigen gilt.

Der Scheiterhaufen wird oft als Metapher für das Scheitern in der Kunst verwendet. Er symbolisiert die Bereitschaft, die eigenen Fehler und Misserfolge anzuerkennen und aus ihnen zu lernen. Doch gleichzeitig birgt der Scheiterhaufen die Gefahr der Vernichtung – eine endgültige Auslöschung der künstlerischen Vision, wenn keine Einsprüche erhoben werden.

Die Dauer des Moments des Haufens ist schwer zu bestimmen. Er kann einen Augenblick dauern oder ein ganzes Leben lang anhalten. Denn das Scheitern ist kein statischer Zustand, sondern ein dynamischer Prozess, der die Künstlerin ein Leben lang begleitet und formt. Letztendlich ist es jedoch die Art und Weise, wie die Künstlerin mit diesem Scheitern umgeht, die ihre wahre Größe als Künstlerin definiert – nicht durch die Perfektion ihrer Werke, sondern durch die Tiefe ihres kreativen Ausdrucks und die Ehrlichkeit ihres Selbstausdrucks.

Scheiterhaufen Detail
size variable, 2023, Shed Eisenwerk, Frauenfeld

Scheiterhaufen v2 (unexhibited) Atelier, size variable, 2023

Scheiterhaufen, Bund 1x Zeichnung, size variable, 2023, Rorschach

Scheiterhaufen, Bund 2y Zeichnung, size variable, 2023, Rorschach

Scheiterhaufen, Bund 2z Zeichnung, size variable, 2023, Rorschach