Multibilder

Once upon a time (Multibild 1), 2010, Acryl, Canvas, 80 x 100 cm, Vienna

Diplomarbeit
Multibilder
Malerei und Texte zu Bild und Zeichen
Betreut von Univ.-Prof. Mag.art. Brigitte Kowanz und Univ.-Prof. Dr.phil. Ferdinand Schmatz

Multibilder, Wahrnehmung ist intersubjektiv.

sind Kunstwerke, die eine Vielzahl von Interpretationsmöglichkeiten bieten, indem sie einen weiten Raum für die Wahrnehmung eröffnen. Auch wenn ein Künstler möglicherweise eine bestimmte Absicht oder Botschaft mit seinem Werk verfolgt, bleibt der Interpretationsspielraum für die Betrachtenden dennoch umfassend.

Die Aussage „Du meinst du siehst, ich meine was ich zeige, sei was ich glaube zu wissen,  was du meinst?“ betont die subtile Komplexität der Kunst, die nicht immer eindeutig und unmittelbar verständlich ist. Der Künstler möchte den Betrachter dazu anregen, über das Offensichtliche hinauszudenken und seine eigene Perspektive und Bedeutung in den Bildern zu entdecken.

Die Freiheit, den Bildern verschiedene Titel zuzuordnen, ist eine bewusste Entscheidung des Künstlers, die kreative Macht des Betrachters zu stärken. Es ermöglicht dem rezipierenden Menschen, seine eigene Vorstellungskraft und emotionale Resonanz in die Deutung des Werkes einzubringen. Durch diese offene Herangehensweise fordert der Künstler dazu auf, sich aktiv mit dem Kunstwerk auseinanderzusetzen und eigene Bedeutungen zu konstruieren, anstatt eine vorgefertigte Interpretation aufzuerlegen.

Insgesamt wird durch diese Herangehensweise an Multibilder eine tiefere Interaktion zwischen dem Kunstwerk und dem Betrachter gefördert, da die Vielschichtigkeit der Interpretationsmöglichkeiten dazu anregt, verschiedene Blickwinkel zu erkunden und die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen.

Diplomausstellung
Mezzanin, Raum Zg24, Expositur
Vordere Zollamtsstrasse 3, 1030 Wien,
24.–30. Juni 2011, Mo–Fr 12 – 20 Uhr, Sa/So 14–18 Uhr
Eröffnung: 22. Juni, 19 Uhr

Diplomtext
Multibilder (What I mean, what you see)
Titel: #einnichts, #menelausbirgtdasschwertvonpythagoras, #mensch, #dietomatenmaschine, #kommtzeitkommtrat, #spaziergangimpark, #etc

Das Konzept, dass das Ursprüngliche Objekt durch das Bild zum Abbild im Subjekt wird und die Imagination darstellt, ist eine interessante Überlegung. Patrik Muchenberger nutzt diese Idee, um das Abbild des Objekts mit seinem Bewusstsein zu imaginieren und dann eine Art von Ur-Objekt zu entwerfen, sofern seine empirischen Erfahrungen dies erlauben.

Es ist faszinierend zu bedenken, dass unsere Wahrnehmung und unsere Vorstellungskraft die Art und Weise beeinflussen können, wie wir die Welt um uns herum interpretieren und verstehen. Das Konzept der Imagination spielt hier eine wichtige Rolle, da sie uns ermöglicht, Dinge zu visualisieren und zu schaffen, die wir sonst nicht wahrnehmen könnten.

Patrik Muchenberger nutzt diese Fähigkeit der Imagination, um seine eigenen Erfahrungen mit der Welt zu interpretieren und ein tiefes Verständnis für sie zu erlangen. Durch die Schaffung eines Ur-Objekts, das auf seinen empirischen Erfahrungen basiert, kann er eine neue Perspektive auf die Welt gewinnen und seine Vorstellungskraft nutzen, um seine Ideen zu erforschen und zu erweitern.

Letztendlich zeigt uns das Konzept, dass das Ursprüngliche Objekt durch das Bild zum Abbild im Subjekt wird und die Imagination eine wichtige Rolle in unserer Wahrnehmung und unserem Verständnis der Welt spielt. Wir können uns darauf verlassen, dass unsere Vorstellungskraft uns dabei hilft, neue Perspektiven auf die Welt um uns herum zu gewinnen und unsere Erfahrungen zu erweitern.

Eine Malerei mit einem, hundert oder mehr Titel.

Die Malerei ist seit Jahrhunderten eine Kunstform, die die Fantasie und Kreativität der Menschen anregt. Oftmals ist es schwierig, die richtigen Worte zu finden, um das Empfinden und die Gedanken, die ein Gemälde hervorruft, auszudrücken. Aus diesem Grund schlägt der Künstler vor, dass beim Betrachten oder Erwerb eines seiner Werke der Betrachter aufgefordert wird, sich einen persönlichen Titel auszudenken oder auszuwählen.

Diese Herangehensweise eröffnet eine ganz neue Dimension der Kunstbetrachtung, die das Spiel zwischen Bild und Titel verstärkt und fundiert. Durch die Auswahl eines eigenen Titels wird der/die Betrachterin aktiv in den Schaffensprozess einbezogen und kann ihre ganz persönlichen Empfindungen und Gedanken in das Werk einfließen lassen.

Doch damit nicht genug. Der Künstler schlägt vor, dass der Titel bei Erwerb des Werkes durch einen Initiationsritus mit ihm manifestiert wird. Durch diesen kognitiven Akt wird das Spiel zwischen Bild und Titel auf eine ganz neue Ebene gehoben. Der Betrachter wird so zum Schöpfer und kann seine ganz eigene, einzigartige Geschichte um das Werk kreieren.

Die Malerei wird so zu einem interaktiven Erlebnis, bei dem der Betrachter nicht nur ein passiver Beobachter ist, sondern aktiv in die Schaffung des Kunstwerks einbezogen wird. Die Palette an möglichen Titeln ist schier endlos, von einfachen Beschreibungen bis hin zu poetischen, metaphorischen Ausdrücken.

In diesem Sinne lädt der Künstler dazu ein, mit jedem seiner Werke eine eigene, individuelle Geschichte zu schaffen und das Spiel zwischen Bild und Titel auf eine ganz neue Ebene zu heben. Von einem bis hundert Titeln oder mehr, jede Geschichte ist einzigartig und wertvoll in ihrer eigenen Art und Weise.

Lese die Diplom-Broschüre hier

Ausstellugsansicht, Mezzanin, Raum Zg24, Expositur
Vordere Zollamtsstrasse 3, 1030 Wien
(Das Ursprüngliche Objekt wird durch das Bild zum Abbild im Subjekt und ist die Imagination.)

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O.T.
Multibilder (What I mean, what you see)
2010/2011, Tempera, Oil, Canvas, 100 x 80 cm, Vienna

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Impressionen:
Ausstellungsansicht und performativer Akt „Motivate Artists To Paint“
an der Vordere Zollamtstrasse, 1030 Wien

Zum Konzept–Titel: What I mean – what you see

Das Kunstkonzept „Was ich meine – was du siehst“ bezieht sich auf die Idee, dass die Interpretation von Kunst subjektiv ist und von der individuellen Wahrnehmung und persönlichen Erfahrung des Betrachters abhängt. Es legt nahe, dass die Intention des Künstlers und die Interpretation des Betrachters nicht immer übereinstimmen und dass ein Kunstwerk mehrere Lesarten und Bedeutungen zulässt.

Dieses Konzept unterstreicht, wie wichtig es ist, die Perspektive des Betrachters zu berücksichtigen, wenn Kunst geschaffen und erlebt wird. Es ermutigt die Künstler, in ihren Werken Raum für Mehrdeutigkeit und offene Interpretationen zu lassen, und die Betrachter, sich der Kunst mit einem offenen Geist und der Bereitschaft zu nähern, sich auf einer persönlichen Ebene mit dem Werk auseinanderzusetzen.

Im Wesentlichen unterstreicht „Was ich meine – was du siehst“ die dynamische und sich ständig verändernde Beziehung zwischen dem Künstler, dem Kunstwerk und dem Betrachter sowie das Potenzial der Kunst, bedeutungsvolle und vielfältige Erfahrungen für jeden Einzelnen zu schaffen, der sich mit ihr auseinandersetzt.

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